Der Umweltpreis der Inseln geht nach Rügen

Was hat Brot mit Klimaschutz zu tun? Jede Menge!
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Annette Hauschild

Gute Nachrichten im endlosen Lockdown: Wir wurden ausgezeichnet! Wir freuen uns riesig über die Anerkennung für unser Handwerk, unsere Produkte und für unsere gesamte Unternehmensphilosophie.

Der Umweltpreis der Inseln sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr zum zweiten Mal verliehen und im Rahmen der 2. Deutschen Inselkonferenz bekannt gegeben werden. Aber dann kam Corona dazwischen, die Konferenz wurde verschoben. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, ganz besonders wenn es um ein so wichtiges Thema wie den Umweltschutz geht.

„Wie schafft ihr es, dass Urlauber und Insulaner verantwortungsvoll mit der Natur umgehen?“, hieß es in der Ausschreibung. Und: „Die Strahlkraft eurer Initiativen sollte Orientierung und Vorbildfunktion auch für andere Regionen geben.“

Am Beispiel unseres Altdeutschen Schwarzbrotes haben wir in unserer Bewerbung erklärt, wie wir innovativ arbeiten, indem wir uns auf Altbewährtes rückbesinnen.

Traditionelles Bäckerhandwerk

Da ist zum einen unser Handwerk, dessen altes, erprobtes Wissen es uns ermöglicht, aus nur drei Zutaten – Mehl, Meersalz und Wasser – plus ausreichend Zeit ein Sauerteigbrot zu backen, welches den vollen Geschmack des verwendeten Getreides herauskitzelt und seine wertvollen Inhaltsstoffe erhält. Dass wir das Getreide direkt auf unseren Mühlen in der Backstube zu Roggenvollkornschrot vermahlen, und zwar erst 1-2 Tage bevor wir den Teig damit ansetzen, macht ebenfalls einen großen Unterschied.

Regionale Kreisläufe und langjährige Partnerschaften

Da ist das Getreide selbst, das der Venz Hof auf Rügen für uns anbaut: Alte Roggensorten und Dinkel, die nicht den größtmöglichen Ertrag pro Hektar versprechen, dafür aber viel Geschmack und sehr gute Backeigenschaften haben. Unsere Partnerschaft besteht schon seit 15 Jahren und entwickelt sich immer noch weiter: Aktuell sprechen wir über den Anbau von Hafer, Emmer und Sonnenblumenkernen für unsere Backstube.

Wertschätzung der Rohstoffe und Biodiversität

Und da sind regionale Partner wie Frau Berger, Herr Schmidt und ihre Mitarbeiter vom Venz Hof, denen es wichtig ist, wozu die Lebensmittel, die sie von ihren Feldern ernten, verarbeitet werden. Aufgrund dieser Verbundenheit sind sie, ebenso wie wir, an einer persönlichen Zusammenarbeit interessiert – auch wenn es oft mehr Anstrengung, Kreativität und Erfindergeist erfordert, regionale Kreisläufe (wieder) nutzbar zu machen. Belohnt werden wir mit erstklassigen Produkten und dem guten Gefühl, durch den Anbau alter Getreidesorten einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten.

Guter Geschmack spricht sich herum

Dass unser Altdeutsches Schwarzbrot so beliebt ist, liegt nicht in erster Linie daran, dass es einen äußerst kleinen CO2-Fußabdruck hat und damit perfekt zu einer bewussten Ernährung passt, sei sie nun regional, ökologisch, vollwertig oder vegan. Unsere Kunden überzeugt es mit einer anderen Qualität: Es schmeckt einfach richtig gut. Und wenn wir am Backstand nach dem „Geheimnis“ unseres Brotes gefragt werden, verraten wir es gerne – und erzählen von den oben beschriebenen Dingen, die wir einfach ein bisschen anders machen. Das spricht sich herum. Dass wir damit auch die Jury des Umweltpreises der Inseln überzeugen konnten, macht uns sehr glücklich und stolz.

Die Auszeichnung hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können

Im April 2021 hat die Jury nun getagt und die Preise in den beiden Kategorien verliehen: einen Insulaner-Preis für Schulen, Kindergärten, Senioreneinrichtungen und NGOs und einen Unternehmer-Preis für Bewerber mit Sitz auf einer der deutschen Inseln in Nord- und Ostsee.

Und so erreichte uns ganz unerwartet, mitten im langen Lockdown, der an unser aller Nerven zehrt, die Nachricht, dass der 2. Umweltpreis der Inseln in der Unternehmenskategorie an die Bäckerei Peters auf Rügen geht.

„Wir alle schätzen Ihren Einsatz ungemein und sind dankbar für Ihr Engagement“, heißt es in der Glückwunschmail und diese Anerkennung hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können.

Wir gratulieren an dieser Stelle ganz herzlich der ebenfalls ausgezeichneten Initiative Bye Bye Plastic Sylt!

"Es ist bedeutend einfacher, beim Großhandel einen Sack Mehl zu bestellen. Aber die Brotqualitäten, die wir mit unserem Handwerk und den Rohstoffen hier von der Insel erzielen können, geben uns Recht." - Bäckermeister Nils Peters
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Annette Hauschild